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Der Borkenkäfer – der kleine Schädling mit großer Wirkung

Der Borkenkäfer gehört zu den unscheinbarsten Bewohnern unserer Wälder – und kann dennoch erhebliche Schäden anrichten. Besonders gefürchtet ist der Buchdrucker (Ips typographus), eine Borkenkäferart, die vor allem Fichten befällt. In warmen und trockenen Jahren kann sich der Käfer besonders stark vermehren und ganze Bestände zum Absterben bringen.

Was ist der Buchdrucker?

Der Buchdrucker ist ein nur wenige Millimeter grosser Käfer aus der Familie der Borkenkäfer. Seinen Namen verdankt er dem charakteristischen Frassbild unter der Rinde, das an die Buchstaben und Zeichen eines alten Drucksatzes erinnert.

Sein bevorzugter Wirtsbaum ist die Fichte. Gesunde Fichten können sich grundsätzlich gegen einen Befall wehren. Wird ein Baum jedoch durch Trockenheit, Hitze, Sturm oder andere Faktoren geschwächt, hat der Käfer leichteres Spiel. Der Baum kann dann weniger Wasser aufnehmen und produziert häufig weniger Harz. Harz ist eine wichtige natürliche Abwehr gegen eindringende Borkenkäfer: Ein gesunder Baum kann angreifende Käfer teilweise regelrecht „ausspülen“.

Die erwachsenen Käfer bohren sich durch die Rinde und legen ihre Eier in sogenannten Brutgängen ab. Die daraus schlüpfenden Larven fressen sich unter der Rinde weiter. Dadurch wird das für den Baum lebenswichtige Leitgewebe beschädigt.

Welche Schäden verursacht der Borkenkäfer?

Die größten Schäden entstehen nicht durch das Anbohren der Rinde selbst, sondern durch die Frasstätigkeit der Käfer und Larven.

Unter der Rinde verlaufen wichtige Leitungsbahnen, über die Wasser und Nährstoffe im Baum transportiert werden. Werden diese Leitungsbahnen durch die Brutgänge grossflächig zerstört, kann der Baum seine Versorgung nicht mehr aufrechterhalten.

Die Folge: Die Fichte stirbt ab.

Ein befallener Baum zeigt häufig typische Symptome:

  • Bohrmehl auf der Rinde oder am Stammfuss
  • kleine Einbohrlöcher in der Rinde
  • Harzaustritt, insbesondere bei beginnendem Befall
  • Verfärbungen der Krone
  • zunächst blasser werdende, später rötlich-braune Nadeln
  • abfallende Rinde bei fortgeschrittenem Befall

Besonders tückisch ist, dass ein Baum äußerlich zunächst noch gesund aussehen kann, obwohl sich unter seiner Rinde bereits eine grosse Käferpopulation entwickelt.

Was kann gegen den Borkenkäfer getan werden?

Eine wichtige Massnahme besteht darin, einen Befall möglichst früh zu erkennen. Befallene Bäume können / sollen baldmöglichst gefällt und aus dem Bestand entfernt werden. Einzelne befallene Bäume, vorwiegend in Gebieten in welchen weniger Fichten stocken und dadurch das Schadenpotenzial kleiner ist, können zur Stärkung der natürlichen Feinde (z.B. Spechte) belassen werden.

Fazit

Der Buchdrucker ist klein, kann aber enorme Auswirkungen auf den Wald haben. Besonders geschwächte Fichten sind gefährdet. Trockenheit und Hitze können die natürliche Abwehrkraft der Bäume reduzieren und gleichzeitig die Entwicklung des Käfers beschleunigen.

Für Waldbesitzer und Forstleute bedeutet das: Befall muss möglichst früh erkannt und geeignete Massnahmen müssen rasch eingeleitet werden. Aus diesem Grund gibt es teilweise in unseren Wälder sichtbare Veränderungen. Nebst der optischen, meist negativ empfundener Veränderung und dem wirtschaftlichen Schaden, bietet sich jedoch auch eine Chance die betroffenen Wälder zukunftsfähig und klimaangepasst wieder aufzuforsten.

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